Presse - Klangwerkstatt Gottwollshausen - Judith Hambücher, Harfe im Hohenlohekreis in Schwäbisch Hall / Gottwollshausen

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Aus der Presse

TOB vom 05.03.2015:

Harfenkonzert Klang und Farbe


Am 28.02.2015 fanden im neu renovierten Öhringer Hoftheater und am 01.03.2015 in Schwäbisch Hall auf dem Teurershof in der Kirche Sophie Scholl jeweils bemerkungswerte von Schülern gespielte Abschlusskonzerte der Neunkirchener Harfentage statt. Veranstalter war die Jugendmusikschule Öhringen und der gemeinnützige Verein HarfenMusik aktiv e.V. In Neunkirchen haben die Harfenschüler von Judith Hambücher in einer Freizeit die Vortragsstücke einstudiert. 16 Harfenschüler im Alter von 8 bis 18  Jahren mit 16 Harfen boten in wechselnder Besetzung ein anspruchsvolles interessantes Programm.
Die Künstlerin und  Musikpädagogin Judith Hambücher versteht es hervorragend die vielen Kinder zum Harfenensemble- Spiel zu motivieren. Besonders zu erwähnen ist die feine Art, wie es ihr gelingt, die Kinder zur richtigen Interpretation der verschiedenen Musikstücke hinzuführen.  
Gleichzeitig zur Musikaufführung wurden von Kindern gemalte Bilder zur entsprechenden Musik an eine Wand projiziert . Der Gaildorfer Künstler Dirk Pokoj hat die jungen Künstlerinnen und Künstler in Neunkirchen begleitet. Das einzigartige Projekt "Klang und Farbe" bekam in jeder Phase, lang anhaltender Beifall. Die Kirche war bis zum letzten Platz besetzt. Man kann der Harfenistin Judith Hambücher und den vielen ehrenamtlichen Helfern des gemeinnützigen Vereins HarfenMusik aktiv für diese gelungenen zwei Abschlusskonzerte beglückwünschen.
Leider hat noch nicht jedes der Kinder eine Harfe zur Verfügung und der Verein HarfenMusik aktiv will auch diesen Kindern mit einer Leihharfe helfen.   

H.B.

SCHWÄBISCH HALL
Ein bisschen wie Sudoku spielen

Derzeit ist Judith Hambücher mit 13 Kindern in Neunkirchen. Sie gehen in Harfen-Klausur. Mit einem Künstler malen sie Bilder zur Musik. Die 27-Jährige hat ihr Ding gefunden, und das gibt sie gerne an andere weiter.

SONJA ALEXA SCHMITZ 18.02.2015

Judith Hambücher beschloss mit fünf Jahren, sie wolle jetzt unbedingt ein Geigenkonzert sehen. Einfach so. Sie kommt nicht aus der klassischen musikalischen Familie, wenn auch Musik immer präsent war. Es wurde viel gesungen und zu Weihnachten holte der Vater die Klarinette hervor. Die Mutter brauchte eine Weile, um ein geeignetes Konzert für eine Fünfjährige zu finden. Es wurde eines, in dem auch eine Harfe mitspielte. Schnell war die Geige vergessen. Harfe wollte die kleine Judith spielen. Mit zehn Jahren fing sie an.
Heute unterrichtet sie Kinder und Erwachsene: als freie Musiklehrerin in Hall und angestellt bei der Musikschule Öhringen. Kindern ab zwei Jahren gibt sie – auch wenn sie den Ausdruck nicht mag – musikalische Früherziehung. Sie nennt sie einfach ihre Musikgruppen. Ihr Sohn Christian ist fünf Jahre alt. Er war in der ersten Musikgruppe mit dabei. Harfe will er nicht spielen. Geige vielleicht.
Wenn Judith Hambücher spricht, dann wechselt ihre Stimme von laut auf leise, von betont auf monoton. Ihr Oberkörper geht vor und zurück. Ihre Hände gestikulieren. Ein bisschen als sei auch ihr Körper ein Instrument. Im Fluss mit dem Erzählen.
Ihre Finger sind schmal, die junge Frau ist sehr schlank. Sie wandert und klettert gerne. In den Alpen. "Muss das sein?", hat ihre Harfenlehrerin einst gefragt. Sie machte sich Sorgen um die Hände der Harfenistin. Ich lebe und möchte das machen, was mir Freude macht, denkt sie. "Und wenn ich eine Schaufel in die Hand nehme und umgrabe, klar dann ist hinterher die Geläufigkeit meiner Finger weg, aber ich nehme die Schaufel dennoch in die Hand."
Sie setzt sich hinter eine der vier Harfen, die im Wohnzimmer stehen. Die warmen Töne füllen den Raum. Die Musikerin schaut konzentriert und sehr mild auf ihre Finger, ihr Mund ist leicht geöffnet. Engelsmusik nennt man gerne die Musik, die Harfen erzeugen. "Die Harfe zu spielen ist ganz und gar nicht engelhaft", sagt sie belustigt. Feste müssen die Finger die Seiten ziehen. Das ist anstrengend, nicht engelsgleich, anmutig und leicht.
Spielen nur sanfte Menschen Harfe? "Oh nein, manchmal wundere ich mich. Zum Beispiel bei meinen Studenten sind einige, denen würde ich es nicht zutrauen."
Der Reiz am Harfespielen liegt für die ehemalige Waldorfschülerin am Erreichen des Zieles. Ein neues, schwieriges Stück einzustudieren, Kniffliges zu meistern, sei ein bisschen, wie ein Sudoku zu lösen.
Info: Das Konzert im Anschluss an die Harfentage findet am Sonntag, 1. März, um 16 Uhr in der evangelischen Kirche Sophie Scholl auf dem Teurershof statt. Der Eintritt ist frei.

Zusatzinfo zur Person vom 18. Februar 2015

Judith Hambücher ist 27 Jahre alt. Sie wurde in Esslingen geboren und kam mit acht Jahren nach Hall. Sie besuchte die Waldorfschule. Mit zehn Jahren begann sie, Harfe zu spielen. Sie wurde als Jungstudentin in der Vorklasse der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart aufgenommen. Sie ist Bundespreisträgerin bei "Jugend musiziert" und hat nach dem Abitur das reguläre Harfenstudium begonnen. Seit 2005 unterrichtet sie Kinder und Erwachsene. Sie hängte noch ein Studium der elementaren Musikpädagogik an, das sie in anderthalb Jahren beenden wird.


GAILDORF, 09.12.2014
Haller Harfenistin Judith Hambücher überzeugt bei Gaildorfer Schlosskonzerten

Harfenklassiker wie auch Bearbeitungen bot die Harfenistin Judith Hambücher am Samstag dar. Ihr stimmiges Konzert zum Thema "Von Engeln berührt" fand im Wurmbrandsaal des Alten Schlosses in Gaildorf statt.
Die Harfe ist wohl das Instrument, das am häufigsten mit Engeln in Verbindung gebracht wird. Sie bietet einen Klang, in den man sich versenken kann. So fühlt man sich fast wie in einer Erzählung oder Erinnerung verloren, als Judith Hambücher Deborah Henson-Conants "Nataliana" mit weich getöntem und sehr gesanglichem Spiel ausbreitet.
Mit Félix Godefroids "Sérénade", auf der Melodie von Franz Schuberts "Ständchen" basierend, nimmt sie die am Ende des Konzerts begeistert applaudierenden Zuhörer im gut besuchten Wurmbrandsaal weiter für ihr Harfenspiel ein. In dieser "Sérénade" stellt sie die harmonischen Schattierungen besonders heraus.
Eine c-Moll-Sonate von François-Joseph Naderman folgt: mit fließenden, durchaus auch dramatisch betonten Passagen, aber auch scherzoartiger Gesanglichkeit. Mit den ersten beiden Sätzen aus Georg Friedrich Händels Harfenkonzert in B-Dur geht es weiter zurück in der Musikgeschichte.
Texte zu Engeln und Weihnachten ergänzen die Musik
Lautstärkenabstufungen bei Motivwiederholungen stellt Judith Hambücher ebenso schön heraus wie imitatorische Abschnitte. Der Eingangssatz erhält eine heiter gelöste und helle Tongebung, gefolgt von einem melodiösen zweiten Satz mit ausdrucksvoll geatmeten Gesangsphrasen. Nach einem Zwischenspiel mit Benjamin Brittens "Interlude" aus der "Ceremony of Carols", von zart getupften Tönen ins klanglich Voluminöse gesteigert, lässt die Harfenistin weitere Barockwerke folgen.
Dazu zählen auch die irischen Weisen von Turlough O'Carolan. "Carolan's Dream", "Carolan's Welcome" und "Eleanor Plunkett" ist ein sehnsüchtiger Ton eigen, mit einem leicht traurigen Zug, empfunden wiedergegeben. Später folgt noch eine Sonate von Thomas Augustine Arne, dem Komponisten von "Rule, Britannia", mit tänzerischem Ausdruck im zweiten Satz.
Der romantische Schwerpunkt des Konzertbeginns findet später in Alphonse Hasselmans' "Weihnachtsgeschichte" seine Fortsetzung. Das Werk des belgischen Harfenisten gibt Judith Hambücher wiegend, den Erzählton unterstreichend und klangschwelgerisch wieder. Vier der sechs "Weihnachtslieder" für Harfe des Hasselmans-Schülers Marcel Tournier schließen sich kantabel empfunden an. Ähnlich impressionistisch angehaucht ist eine Etüde des als Filmkomponist bekannten Eric Schmidt zu hören, schön weit ausholende Glissandi eingeschlossen.
Am Ende des ersten Konzertteils spielt Judith Hambücher ein erstes Nachtstück: Pearl Chestoks jazziges "Harpicide At Midnight". Am Ende des zweiten Teils gibt es mit Engelbert Humperdincks "Nachtstück" und dem "Abendsegen" aus der Oper "Hänsel und Gretel" eine romantische, innig gespielte Entsprechung. Den Text des Opernduetts über die 14 Engel gibt die Harfenistin wieder und setzt damit den Schlusspunkt in einer Reihe von Texten zu Weihnachten und Engeln, darunter Christine Bustas "Was ich dir zu Weihnachten schenken möchte", Susanne Niemeyers "Der Engel" und Ingeborg Bachmanns "Die wunderliche Musik".
RALF SNURAWA

KIESELBERG, 09.01.2013
Klänge zum Schwelgen

Die Haller Harfenistin Judith Hambücher eröffnete mit einem facettenreichem Konzert die Veranstaltungsreihe "Café Soirée" im Hofgut Kieselberg.
Von jahrhundertealten traditionellen irischen Melodien bis zu atonalen Sequenzen reichte das Spektrum der Werke, die die Harfenistin Judith Hambücher aus Schwäbisch Hall bei ihrem Harfenkonzert zum neuen Jahr präsentierte. Mit einer klassischen Pedal-Konzertharfe und einer traditionellen keltischen Hakenharfe gestaltete die Studentin der Musikhochschule Stuttgart den Auftakt der Veranstaltungsreihe "Café Soirée" im überfüllten Hofgut Kieselberg.
Auf dem Programm standen Werke kaum bekannter Komponisten, die meist selbst Harfenisten und Harfenlehrer waren. Judith Hambücher spielte sehr gefühlvoll, beschwingt und elegant mit großer Fingerfertigkeit und minuziöser Fußarbeit. Ein Höhepunkt waren impressionistische Kompositionen aus der Reihe "Images" von Marcel Tournier (1879-1951). Inspiriert von Bildern und Berichten aus dem Orient schuf er faszinierende Stücke mit arabisch anmutenden Klängen. Da trotten Esel müde durch die Wüste, ein unglückliches Elementarwesen vollführt einen Tanz und der Mond spiegelt sich im Weiher einer Oase. Eine liebliche Melodie und ostinate auf- und absteigende Akkorde zeichneten das Wiegenlied g-Moll von Tourniers Lehrer Alphonse Hasselmans (1845-1912) aus.
Ein Hörgenuss waren irische Melodien, die Judith Hambücher auf der Hakenharfe darbot. Über Jahrhunderte wurden sie ohne Noten weitergegeben. Die meisten schrieb der blinde Harfenist Turlough OCarolan Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts auf, und zeitgenössische Komponisten bearbeiteten sie. Alle zeichnen sich aus durch verträumte, mal melancholische, mal heiter-strahlende Melodien voller Poesie und anmutige Rhythmen.
Wie sich die reifen Ähren eines Weizenfelds im leichten Sommerwind wiegen, beschrieb John Thomas (1826-1913) in einem bezaubernden romantischen Stück mit herrlichen Arpeggien. Thomas war erster Harfenist am englischen Königshof und sammelte als Erster traditionelle walisische Volksweisen.
Kunstvoll wie Konzertstücke wirkten Etüden in traditionellem Stil von Wilhelm Posse (1852-1925) und Eric Schmidt (1907-2000). Inspiriert vom Duft und Geschmack der Gewürze Vanille und Zimt kreierte der 1941 geborene Bernard Andrès einen musikalischen Leckerbissen aus rhythmischen und melodischen Elementen unterschiedlicher Kulturen und Stile. Wie eine romantische spanische Serenade wirkte "Nataliana" von der 1953 geborenen amerikanische Jazz-Harfenistin Deborah Henson-Conant.
1962 komponierte der 1939 geborene Heinz Holliger sieben atonale Sequenzen über einen Text des Johannes-Evangeliums. Hier spielte die Harfenistin auch mit zwei Werkzeugen: Mit dem Stimmschlüssel erzeugte sie Glissandi, mit dem Schraubenschlüssel schlug sie an den Harfenkorpus.
Zwischen den Stücken trugen Gastgeberin Sabine Bölz und Judith Hambücher abwechselnd Texte zum Thema Zeit vor, die Hambücher ausgewählt hatte. Darunter waren auch Gedichte von Christian Morgenstern und Abschnitte aus der Geschichte "Momo" von Michael Ende. In "Genieße den Tag" ruft Pascal Mercier dazu auf, die Zeit sinnvoll zu nutzen.
Mit enthusiastischem Applaus brachte die Zuhörerschar ihre Begeisterung über das vielseitige Programm, das virtuose Harfenspiel und die rhetorisch stimmigen Textvorträge zum Ausdruck.

Quelle: http://www.swp.de

 
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